Dekra Studie: Autohändler verdienen zu wenig
Die Pressemitteilung vom 1.09.2010 zur Studie ist hier zu lesen:
http://www.autohaus.de/autohaendler-verdienen-zu-wenig-966280-ah_artikel_kommentar.html#form
Bei dieser Pressemitteilung zur Studie bekomme ich graue Haare.
Was ist es überhaupt für ein Ansatz, die Umsatzrendite als Maßstab aller Dinge im Autohaus anzusetzen?
Wen interessiert das denn?
Als Unternehmer und Investor interessiert doch vielmehr die Frage, wie hoch die Rendite auf die Summe des eingesetzten Kapitals ist.
Beispiel:
- Das Autohaus mit Ausstattung kostet 2.000.000 Euro
- Die Ware auf dem Hof kostet 2.000.000 Euro
- Der Umsatz beträgt 10.000.000 Euro
- Der Gewinn ist 1% Umsatzrendite = 100.000 Euro
Der Return on Investment ist:
- 100.000 Euro Gewinn / 2.000.000 Investment + 2.000.000 Ware = 2,5% Umsatzrendite
Wenn ich meine vier Millionen Euro als Beispiel (Wert des Gebäudes plus Ware) in Bundesschatzbriefe investiere, sind das 2,75% Rendite.
Entsprechend habe ich OHNE RISIKO 110.000 Euro Gewinn. Und zahle darauf nur 25% Abgeltungssteuer. Anstelle von ca. 45%
Unternehmenssteuern. Von den Zinseszinsen kaufe ich mir zwischendurch was schönes.
Was ich meine ist folgendes:
Viele Deutsche Händler leben ja gut damit keinen Gewinn zu machen und erwirtschaften für die eigene Familie ein gutes Einkommen.
Aber das Risiko des eingesetzten Kapitals steht doch in KEINEM Verhältnis zur Rendite auf das Kapital. Ein Dachdecker-Unternehmer trägt am Ende des Jahres mehr Geld nach Hause als ein
Autohaus-Unternehmer. Bei welchem Kapitaleinsatz? 5 Transporter für 500 Euro Leasingrate plus Kran, Gerüst & EDV.
Die Dekra sollte lieber Vorschläge machen wie man ein Autohaus umwandelt und neuen Nutzen stiftet: als Restaurant, Supermarkt oder Bowlingcenter. Mit dem selben Unternehmer als Inhaber und Betreiber.
Ich bin gespannt Feedback.
Thorsten Podlech